Es hätte …
22. Juni 2009 von Ev
Es hätte so nette Themen für den heutigen Tag gegeben:
Allem voran meine Faserplatincard, der Juni-Drache-im-Sack, das Jucken der Kriebelmückenbisse, das aufgehört hat, die Kirschmarmeladensorten, die ich gekocht habe, der Boden, der im Keller nach dem Aufräumen wieder auftauchte, mein Kermesbeerenkimono, den ich auf den Nadeln habe, die Wassertröpfchen, die heute morgen an den Randecken der Tomatenblätter funkelten, ein Teaserchen auf meinen nächsten Lavendelschafartikel, der Flohmarkt am Samstag oder einen ganz bestimmten meiner Heidelberger Lieblingsplätze.
Es hätte.
Es hätte so etwas nettes sein können.
Wieso aber soll ich etwas nettes schreiben, wenn die EU den Weg für “Klonfleisch und Klonmilch” frei machen möchte?
Klonfleisch und Klonmilch – ist das die Strategie der EU, um dem mittlerweile stark gebeuteltem Bauernstand europaweit den Garaus zu machen, um dann, Springteufel aus dem Sack, den europäischen Lebensmittelmarkt von experimentierfreudigen US-Großkonzernen “retten” zu lassen?
Mr. Obama, ist es das, was Sie mit “Yes we can!” meinten?
Analogkäse, Formfleisch, Surimi – was für einen beispiellosen Dreck wollen wir uns noch auftischen lassen? Pfannkuchen aus der Schüttelflasche, Probiotische Werbeversprechen, Lebensmittelgentechnik, die Liste lässt sich endlos fortsetzen und wenn interessiert es? Richtig. Nicht genug Menschen.
Herrgott, lass Hirn regnen!
Nicht nur bei den Verbrauchern, die das trotzdem essen, sondern besonders bei den Herstellern, die denken, dass Profit alles rechtfertigt und die, wenn es nach mir geht, sich nur noch mit ihren Produkten ernähren dürften, bis ihnen dankenswerterweise ein Licht aufgeht.

