In der Wechselstube: Der Knoten in der Brust
23. November 2009 von Ev
Wechseljahre sind wie Pubertät, nur rückwärts.
Was damals wuchs und weh tat, kann später auch wieder schmerzen. Sich das vor Augen zu halten ist ganz wichtig, ändert aber nichts an der Tatsache, dass man mit sich und seinem Körper behutsam umgehen und bei Veränderungen den Arzt seines Vertrauens kontaktieren soll.
Seit einige Promis an Brustkrebs erkrankten, wurde dieses Thema aus einer verstaubten, verschämten Kiste, in die niemand gerne hinein schauen möchte, nach vorne geholt und die Thematik in ihrer ganzen Bandbreite fand ihren Weg bis in schön fotografierte Hochglanzmagazine. Prinzipiell kann jede/r an Brustkrebs erkranken, auch Männer sind davor grundsätzlich nicht gefeit, auch wenn diese Krankheit gerade bei ihnen nicht die Regel ist.
Frau sollte sich so früh wie möglich angewöhnen, zumindest nach einer Periodenblutung, ihre Brüste, so wie hier beschrieben, selbst zu untersuchen. Am einfachsten kann das bei der Körperpflege, wie dem Duschen oder Eincremen, erfolgen.
Einen Knoten in seiner Brust zu ertasten, muss nicht unbedingt gleich das Schlimmste bedeuten, auch wenn die Gedanken in dem Moment, in dem die Fingerkuppen auf hartes Gewebe stoßen, ein ganzes Horrorszenario abspielen. Es ist nicht schön, vor dem Spiegel zu stehen, sich zu fragen, ob und was man verpasst hat, an Chemotherapie, haarlose Kopfhaut, Cortison, chirurgische Eingriffe und an liebe Familienmitglieder zu denken, die man an den Krebs verloren hat.
Angst zu haben, ist etwas ganz und gar völlig normales. Wichtig ist, wie gesagt, sich damit gleich an seinen Arzt zu wenden und in der Regel wird man dort noch am gleichen Tag einen Termin bekommen.
Das sagt sich so leicht, dass man bis dahin Ruhe bewahren sollte, denn noch weiß man ja nicht, was man da in sich erspürt hat.
Beim Arzt wird man dann erfahren, dass eine sogenannte “knotige” Brust in der Wechseljahreszeit eigentlich recht normal ist, was damit zusammenhängt, dass der Körper weniger Östrogen produziert. Bestätigt sich der Verdacht des Arztes, dass sich Zysten gebildet haben, dann wird er die Brust u. a. per Ultraschall untersuchen und evtl. Gelbkörperhormone verschreiben, die oral oder vaginal eingenommen werden können. Nach ca. drei Wochen erfolgt eine Kontrolluntersuchung um zu sehen, ob und wie sich der Zystenstatus verändert hat.
Wenn man nach dem Arztbesuch wieder ruhiger wird, wird man vielleicht daran denken, dass das mit den Brüsten in der Pubertät auch nicht so leicht war, wenn sie mal wieder besonders weh getan haben. Und man wird vielleicht auch daran denken, dass man seine Ängste damals ganz mit sich allein ausgemacht hat und dann ist man froh, dass zumindest das heute nicht mehr so ist. Froh, erschöpft, matt. Auf jeden Fall aber froh.
Das stimmt. Man ist froh, da fallen sicherlich zentnerweise Steine vom Herzen. Sicherlich ist da eine wahnsinnige Angst, di einem keiner nehmen kann.
Ich sollte auch mal wieder zur Vorsorge.
LG
Regina
Hallo Ev, auf jeden Fall ist es unbedingt wichtig!!! sich untersuchen zu lassen. Was immer auch ist, in den Anfängen einer Brustkrebs-Erkrankung kann man noch soviel machen. Ich frage mich heute, 5 Jahre danach, ob die damalige Diagnose nun für mich ein ‘Lichter-aus’ oder eher ein ‘Lichter-an’ bedeutete. Ja, der Gang durch die Krankheit ist ein Höllenritt. Heute denke ich aber die Lichter sind an !!!
Liebe Grüße und danke für diesen Beitrag
Birgit
Die Angst vor dem Knoten kenne ich von meiner Mutter, die im Krankenhaus (nach eh schon langem Aufenthalt) plötzlich “da was spürte”.
Gottlob hat es sich als völlig normale und ungefährliche Gewebeverhärtung (tja, frag mich mal nach dem Begriff…. öh…) herausgestellt, die durch eben den Unfall verursacht wurde, der sie auch ins Krankenhaus brachte.
Allerdings waren die Stunden und Tage, die wir gewartet haben, wirklich höllisch.
Und nichts kann die anschließende Erleichterung toppen.
Hallo Ev,
wie gut kann ich dir das nachempfinden. Bei mir war es Ende September so. Die Brust wie immer am Wochenende abgetastet und da war er plötzlich dick und hart der Knoten. Was tun, wohin mit der Angst? Warum gerade heute, warum ausgerechnet am Wochenende. Die Gedanken rasen, was soll ich tun, was wird werden? Am Montag sofort noch einen Termin bei der Gyn. Ultraschall evtl. Entwarnung ist sich aber nicht 100%ig sicher und will auf Nummer sicher gehen.
Ich soll zur Mammographie und noch einmal ein Ultraschall machen lassen. Ich habe am Telefon gehangen, bestimmt 15 Radiologen auf der Suche nach einem schnellen Termin angerufwn. Teilweise die Antwort bekommen, warten Sie den nächsten Zyklus ab und dann der 10. Tag. Wie denn, wenn man da schon sicher weiß, dass der Zyklus nicht pünktlich eintrefen wird bei der Angst.
Ich habe einen Termin am folgenden Donnerstag bekommen. Der Arzt sehr ernst. Äußerst angespannt starrte er immer wieder auf den Bildschirm des Ultraschallgerätes, da getastet, da gesucht, scheinbar viel gefunden. Noch mehr Angst und im Kopf immer das Mantra es ist alles o.k.
Das war es auch zum Glück. Sehr viele Zysten in beiden Brüsten, teilweise nicht zu tasten. Ich bin angeblich noch nicht in den Wechseljahren. Wäre angeblich noch zu jung mit Anfang 40. Warum soll ich noch nicht soweit sein? Nicht alles folgt den Regeln.
Viele liebe Grüße
Anja