Dieses Jahr ist alles anders!
23. Dezember 2009 von Ev
Wer noch auf Post und/oder ein Lebenszeichen vor mir wartet, der wird darauf bis nach Weihnachten warten müssen. Nicht, weil ich die- und/oder denjenigen nicht mögen würde, sondern weil dieses Jahr alles anders ist.
Weihnachten und die Vorweihnachtszeit waren für mich immer mit Stress gepaart. Wie und was für Stress, das variierte und ist auch gar nicht interessant und auch erst recht nicht mehr so wichtig für mich, wie es das mal war. Die letzten zwei Weihnachtszeiten waren dunkel, voll Schmerz und Trauer und noch vielem anderen, was abgearbeitet werden wollte, von Erwartungen, die ich nicht mehr erfüllen konnte oder wollte, von Erwartungen, die in mir waren, die ich meinte, für mich erfüllt bekommen zu müssen, die mich dort nur belasteten und zu einem enormen Druck wurden.
Dieses Jahr habe ich versucht, mich von all dem ganz bewusst frei zu machen. Ich hab dem Schmerz in die Augen geschaut, versucht ihn zu umarmen und zu sagen “Das Leben darf trotzdem schön sein. Und lustig – rührend – intensiv.” So habe ich begonnen, mich über Sachen zu freuen, wie meinen schönen altmodischen Papieradventskalender mit ganz viel Silberflimmer. Ich habe sehr viel selbst gemacht, ausprobiert und beileibe ist noch nicht alles fertig – gibt es halt nach dem Weihnachtsfest das eine oder andere Geschenk, das nicht minder von Herzen kommen wird. Nicht nur den Schmerz aber habe ich in dieser Zeit ganz bewusst losgelassen, ich habe mich dazu entschieden, meinen vorerst letzten Lavendelschafartikel abzugeben. Ich liebe es zu schreiben, zu kochen, auszuprobieren – aber in den letzten zwei Monaten wurde der Gedanke in mir immer drängender, einen Strich zu ziehen und ich habe es gemacht, dem Gedanken in mir die Freiheit gegeben, sich auszuprobieren. Ich bin für diese Lavendelschafzeit ungeheuer dankbar, dankbar dafür, dass Erdmute mir diesen Platz gab, mich sehen zu lassen, ob ich für mich meinen Worten trauen kann. Das hört sich kompliziert an, kommt aber immer wieder auf den Punkt zurück, dass ich ja Autodidaktin bin und deshalb immer wieder befürchte, den Ansprüchen nicht genügen zu können. Mein großer Wunsch war immer, vielleicht doch meine Gedichte einem Verlag vorzulegen, wozu ich durchaus ermutigt wurde, mich dazu aber nie überwinden konnte. Auch diesen Gedanken habe ich losgelassen – mein Buch ist mein offenes Leben und mein Blog ein paar Seiten dazu.
Im Esszimmer liegt ein kleiner Stapel Weihnachtskarten, die noch nicht beschrieben wurden, die ich auch nicht mehr vor Weihnachten beschreiben werde – ich schreibe und sende danach ab. Ich bin mir bewusst, dass manche Empfänger/innen das vielleicht nicht verstehen werden, mir dieses Verhalten übel nehmen, aber dieses Jahr wollte ich nicht schreiben, weil ich muss und müssen musste ich in den letzten Wochen viel, womit ich so in meinem Leben nie konfrontiert werden wollte, also habe ich dieses “muss schreiben, muss …” einfach losgelassen. “Nur” zwei Karten sind auf die Reise zu ihren Empfängerinnen gegangen und das auch noch vollkommen ungeplant, mitten in eine Bastelei hinein, weil der Gedanken kam, “Danke” zu sagen und mir dabei innerlich ein Schmunzeln hoch stieg, das es in mir ganz warm werden ließ.
Losgelassen hatte ich den letzten zwei Jahren also viel – ich weiß nicht, ob es daran liegt, es ist ja auch egal, darüber nachzudenken, wenn man wählen kann, es einfach zu genießen: Ich bin dieses Jahr wieder in der Freude zur Weihnachtszeit angekommen und dazu auch noch in meinem Leben in einer Art und Weise, die ich nicht mehr erwartet hatte. Mit zwei Menschen, die zu diesem Ankommen gehören, habe ich mich gestern zu unserer ganz persönlichen kleinen Weihnachtsfeier getroffen, Herr Ev erlebte mich beim Hinfahren auf dem Beifahrersitz vor Freude hin und her rutschend und beim Abholen wieder, weil es einfach so schön war. Ich danke Euch beiden so sehr für diesen fröhlichen & leckeren Abend!
Weihnachten feiern wir das Wunder des Lebens und vergessen doch vor lauter Trubel, Müssen, Stress, Erwartungen, dass das, was wirklich zählt, mit Geld nicht zu bezahlen ist, sondern nur mit dem Herzen empfangen werden kann: das Wundern, das Staunen, das Lieben, das Lachen, die Freude – das Wunder des Lebens – und um mich herum habe ich in meinem ganzen Leben nie so viele Schwangere erlebt wie momentan – auch ein Weihnachtswunder, das noch viele Jahre Freude spenden wird!
Ich wünsche Euch Allen ein friedvolles, ein gesegnetes Weihnachtsfest. Egal, ob Ihr an Weihnachten glaubt oder nicht, egal ob Ihr es feiert oder nicht, egal ob Ihr mir oder ich Euch geschrieben habt oder nicht, ich Danke Euch für dieses Jahr und freue mich auf das nächste!
Herzlichst, Ev


Liebe Ev,
ich wünsche dir und deine Familie, schön, ruhige, stressfreie Feiertage und freue mich mit dir auf das kommende Jahr.
Liebe Grüße
Annie
Danke für diese Worte! Jetzt krieche ich endlich wieder unter der roten Amöbe hervor und bin glücklich!
Liebe Grüße von der
Garnprinzessin
Liebe Ev,
auch ich wünsche dir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest -
im loslassen und festhalten, im staunen und wundern, im lachen und weinen, im glauben und zweifeln….
Es grüßt dich herzlichst
Ingrid
liebe ev!
wie schön diesen satz zu lesen: ‘Ich bin dieses Jahr wieder in der Freude zur Weihnachtszeit angekommen und dazu auch noch in meinem Leben in einer Art und Weise, die ich nicht mehr erwartet hatte.’
besonders schön, weil er meine hoffnung auf ein solches ‘ankommen’ nährt, wann auch immer es (wieder) soweit sein wird.
danke dafür!
ich wünsche dir wunderbare tage im kreise deiner liebsten und grüße dich herzlich aus dem verschneiten norden
geli