Den Gatten und mich zog es nach Bayern, grob gesagt in die Gegend zwischen Ingolstadt und Fürstenfeldbruck, vorbei an mindestens 20 wohlgenährten Ricken, wahlweise dekorativ auf und an diversen Wiesen und Waldrändern verteilt, in einen Ort, der nicht wirklich ein Ort war, sondern eine Handvoll Bauernhöfe, die sich um eine unerwartet große Kirche gruppierten und in dem es die männliche Jugend mit ihren mit trübem Hefeweizen gefüllten Litergläsern schon vor halber Zwölfe mit rotgeränderten Augen zueinander trieb.
Wir gedachten, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und hofften, wenn schon nicht eine Dorfmetzgerei, so doch wenigstens eine ländliche Bäckerei auf unserem Weg zurück zur Autobahn zu finden, um wenigstens ein Paar Weißwürste vor dem Zwölfuhrläuten dem ihr angestammten Zuzeln zuzuführen. Gut, diesen Part gedachte ich zu übernehmen, der Gatte, was will man erwarten, ist kein gebürtiger Bayer, damit des Zuzelns nicht mächtig, verhilft dem Wurstinneren immer mit einem beherzten Schnitt und in Begleitung von Messer und Gabel zum Weg in den Magen, aber ich will nicht abschweifen – wir waren auf dem Weg zurück zur A also ganz profan auf Wurstsuche, wenn es sein musste, auch ohne die ersehnte Kümmelsemmel, aber – nix! Nullinger, niente, gar nix, kein Metzger, kein Bäcker und die A schon in Sichtweite, fuhren wir in einen Straßenkreisel ein, der an einer seiner möglichen Ausfahrten das Hinweisschild “Bauernmarkt Dasing” trug – und während wir noch rätselten, was dieses “Bauernmarkt” wohl bedeuten solle, bogen wir einfach dem Hinweis nach ab und als wir auf den Parkplatz fuhren, wurde uns klar, dass Bauernmarkt Dasing bedeutete, dass hier genau das angeboten wird, was auf Bauernhöfen so produziert wird.
Ich versackte gleich links nach dem Eingang bei Wurst & Käse, kaufte Landjäger, Weißwürste, Regensburgerle, echte (!) Gelbwurst, Speckwurst, Wildblütenkäse, Bergkäse, Bauernkäse, Allgäuer Fassbutter und einige Schritte weiter auch noch Haltbareres:
“Holler-Röster” aus Holunderbeeren, Zwetschgen, Äpfeln, Birnen & Rotwein und “Rauchfleisch in Gelee” (ja, einer guten Sulz kann ich schlecht widerstehen) von der Bauernmarkt Dasing GmbH hergestellt. “Amarantaufstrich mit Zwiebel” von Bärnkrafft, eingelegten “Spargel” vom Obst- und Gemüsehof Löbke (ist zwar kein Bayer, hat aber einen absolut genialen Internet-Shop) und mein persönliches Highlight: 18 frische Wachteleier von das-wachtelei.de:
An Wachteleien komme ich regelmäßig nur äußerst schwer vorbei, gebe meistens dem Drang nach Konsum in mir nach und denke auch jetzt schon wieder nicht nur an Genuss, sondern an Osterdekorationen (ja pfui, Weihnachten ist grad erst vorbei …) – und siehe da, was findet sich da im Kartönsche? Ein Wachtelei ganz ohne Tupfen:
Guten Appetit!
Den Spargel wird es mal so zwischendurch zum Abendessen geben, den Amarantaufstrich beim nächsten Besuch meiner Mutter, denn Kleinkörniges wie Amarant, Hirse, Linsen mögen wir beide, ob das Rauchfleisch auch ihren Gaumen noch erfreuen dürfen wird, dafür kann ich allerdings nicht garantieren – die Wachteleier werden demnächst irgendwann irgendwie schmecken und den Hollerröster stelle ich mir göttlich zu frischen selbstgemachten Quarkknödelchen vor – Wurst und Käse sind schon jetzt nicht mehr vollständig vorhanden. Lecker!
Seid so gut, solltet Ihr mal in der Gegend ganz grob zwischen der Hallertau und dem Lechfeld nach regionaler Wurst und Käse suchen, dann schaut schon vorher nach, ob Dasing auf Eurem Weg liegt und plant gleich einen Besuch beim Bauernmarkt ein. Das spart ein paar Kilometer sinnloser Suche!
P. S.: Nur Kümmelsemmeln, die gab’s nicht …






Ooooohhhh Ev,
was machst Du mit mir???
Mir lief gerade dermaßen das Wasser im Mund zusammen.
Ich liebe solche Bauernmäkte. Leider gibt es davon in meiner Gegend viel zu wenige.
Grüßle
Bea
Huhu!
Na dann ward Ihr ja ganz in meiner Nähe
Da gibt’s sooooo leckere Sachen, also immer einen Besuch wert!
Grüßles
Tanja